Erinnerungen zum Geburtstag

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Um es gleich vorweg zu nehmen: der 16. Februar 1882 ist der Geburtstag des pommerschen Bischofs Karl von Scheven.

Er wurde buchstäblich in eine Pfarrerfamilie hineingeboren. In seiner Geburtsurkunde ist vermerkt, dass er in der Wohnung seiner Eltern zur Welt kam und die war im Pfarrhaus in Leopoldshagen, wo sein Vater, Johannes von Scheven, zu diesem Zeitpunkt als Pfarrer tätig war. Seine Mutter, Dorothea von Scheven, eine geborene Bindemann, entstammte ebenfalls einer pommerschen Pastorenfamilie. Es scheint als sei ihm die Theologie schon in die Wiege gelegt worden.

Karl von Schevens theologische Laufbahn begann mit seinem Theologiestudium in Halle, Berlin und Greifswald. Er war als Hilfslehrer in Stettin und im Domkandidatenstift Berlin tätig. 1907 wurde er vom Generalsuperintendenten Büchsel in Stettin ordiniert. Er ging dann nach Cannes als Hilfsprediger und Pfarrer und war danach 3 Jahre in der Berliner Stadtmission tätig. In dieser Zeit heiratet er Katharina Kühl – genannt Käthe – und ihr Sohn Siegfried kommt zur Welt.

Karl von Scheven war mit Leib und Seele Pastor: ob als Lazarettseelsorger im Ersten Weltkrieg, als Pastor auf dem Dorf und in der Stadt, als Superintendent und nach dem Zweiten Weltkrieg als Geistlicher Leiter des neuen Konsistoriums in Greifswald. Zu den Orten, die auf seinem Lebensweg lagen, zählen Cannes in Frankreich, Berlin, Stettin, Pakulent, Heinrichsdorf, Neumark, Kolbatz und Greifswald.

Er hat sich engagiert im Pfarrernotbund, in der Bekennenden Kirche, in der Positiven Union und im Kirchlich-Sozialen Bund.

Karl von Scheven war auch für seine Liebe zum Land, zur Landwirtschaft und zu Pferden bekannt. Es gibt dieses wunderbare Foto, das während seiner Generalkirchenvisitation im Kirchenkreis Ueckermünde 1952 in Ahlbeck entstanden ist.

LKANK, NL Scheven, Nr. 300 Karl von Scheven mit Schaf

Landeskirchliches Archiv der Nordkirche, NL Scheven, Karl von, Nr. 300. Karl von Scheven während der Generalkirchenvisitation in Ahlbeck, Kirchenkreis Ueckermünde, 1952

 

Seine Liebe zu den Menschen spürt man auch in seinem Briefwechsel mit den Menschen, die nach 1945 im Gebiet östlich der Oder blieben oder bleiben mussten. Und man spürt sie auch in den zahlreichen Glückwünschen zu seinem 70. Geburtstag. Davon zeugt ein Ausschnitt aus dem Geschenk, das ihm die Kinder aus dem Schülerheim der Johanna-Odebrecht-Stiftung in Greifswald gemacht haben.

LKANK, NL Scheven, Nr. 302 Schülerheft

Landeskirchliches Archiv der Nordkirche, NL Scheven, Karl von, Nr. 302. Geburtstagsgeschenk für den Bischof von den Schülerinnen und Schülern des Schülerheimes der Johanna-Odebrecht-Stiftung Greifswald

 

Und was stand nun eigentlich auf dem Kalenderblatt?

„Der 1954 heimgegangene Bischof von Greifswald, D. von Scheven, wartete nach dem letzten Kriege nicht die Bereitstellung eines Dienstautos ab, um seine Gemeinden zu besuchen. Er bestieg trotz seines hohen Alters das Fahrrad und begab sich bei jedem Wetter auf die Landstraße, um seinen Pfarrern zu helfen, wichtige Besprechungen abzuhalten und zu visitieren, so ein Beispiel gebend, daß in der Kirche das Dienen gelte und nicht das Herrschen. Schreibmaschinen, Telefone, Autos und große Gebäude verleihen den Einrichtungen unserer evangelischen Kirche oft einen falschen Schein. …“

LKANK_NL_Scheven_AbreißkalenderLKANK NL von Scheven Abreißkalender Rückseite

LKANK, NL Scheven, Karl von, Nr. 353, Vorder- und Rückseite des Kalenderblatts vom 3. Januar 1956

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