Tag des Tagebuchs

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Walter Hans Lehmann wurde am 9. Dezember 1883 in Puerto Caballo in Venezuela geboren und dort am 21. Februar 1884 getauft. Er war das mittlere der drei Kinder des Hamburger Kaufmanns Friedrich Lehmann und dessen Ehefrau, der Lehrerin Agathe geb. Wichmann, die sich beide zu dieser Zeit aus beruflichen Gründen in Venezuela aufhielten.

Walter Lehmann besuchte das Matthias-Claudius-Gymnasium in Wandsbek und legte dort 1902 sein Abitur ab. Im Anschluss studierte er in Heidelberg, Berlin und Marburg Theologie. Die erste theologische Prüfung legte er am 19. Dezember 1905 ab.

Nach der Prüfung übernahm er für knapp ein Jahr eine einklassige Schule in Karolinensiel in Ostfriesland. Im Herbst 1906 wurde er Vikar in Frankenberg/Hessen und nach einer kurzen Tätigkeit als Lehrer in Hommershausen/Hessen wurde ihm ohne Absolvierung des 2. Examens die Pfarrstelle in Sprötau/Thüringen übertragen. Er wurde aus dem Schuldienst entlassen und legte schließlich im April 1908 seine zweite Theologische Prüfung ab.

Bis 1910 war er in Sprötau tätig, wo er seine spätere Ehefrau Frieda Emmy Bräutigam, die Tochter eines ansässigen Bauern, kennenlernte, die er am 12. September 1911 heiratete. Das Paar hatte insgesamt sieben Kinder. Von 1910 bis 1919 war Walter Lehmann Pastor in Hamberge/Schleswig-Holstein, nur unterbrochen von einem knappen Jahr (1915) beim Artillerie-Regiment 24 in Güstrow. Von Hamberge aus wechselte er schließlich nach Borby bei Eckernförde, wo er sehr beliebt war und sein recht früher Tod am 17. Juli 1941 für viele Gemeindemitglieder ein großer Verlust war.

Neben seiner Tätigkeit als Pastor veröffentlichte er mehrere Bücher mit Predigten, aber auch Werke zur Mystik. Am 25. Dezember 1921 erhielt er für seine wissenschaftliche Arbeit die Ehrendoktorwürde der Theologischen Fakultät der Kieler Universität. Eine wertvolle Quelle für die Gemeindegeschichte sind außerdem die von ihm verfassten Gemeindeberichte für Borby.

Und warum stellen wir Walter Lehmann in Verbindung mit dem Tag des Tagebuchs vor? Sein Nachlass wurde uns von der Familie im Jahr 2020 übergeben und darin befinden sich neben vielen Predigten aus seiner gesamten Amtszeit sowie einigen Manuskripten seiner wissenschaftlichen Werke auch zahlreiche Tagebücher. Diese stammen vor allem aus den Jahren 1905 bis 1916, also ungefähr der Zeit zwischen seiner ersten Theologischen Prüfung, über seine Zeit als Lehrer und seine ersten Amtsjahre. Der Nachlass liegt in unserem Kieler Standort und kann dort eingesehen werden.

 

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Kirche in Borby

 

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